DIY Anleitung Upcycling-Behelfs-Mundschutz

Upcycling Mundschutz

Die aktuelle COVID 19 Pandemie hat unser aller Leben ziemlich durcheinander gebracht. Alle meine Workshops für die kommenden Wochen/ Monate wurden abgesagt. Nun bin ich daheim, und versuche mich als „Lehrerin“ für meine beiden Kinder. An Arbeiten ist da leider wenig zu denken. Dennoch ist es wichtig, das Leben weiter zu führen. Spazieren im Wald oder im Park ist super, wenn die anderen Menschen mindestens 2 Meter entfernt sind. Frische Luft ist wichtig! Doch auch für bestimmte Erledigungen und Einkäufe verlassen wir das Haus.

Und genau für solche Momente ist es gut, einen Mundschutz zu tragen. Denn wenn wir in öffentliche Bereiche gehen, in denen sich mehrere Menschen aufhalten, wie z.B. die Straße, U-Bahn, Supermarkt  ist es unsere Aufgabe, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Es geht um die Solidarität mit anderen Menschen: denn mit einem solchen Ding verhindere ich eher, dass von mir etwas übertragen werden kann. Aber wenn wir alle ein paar Hygieneregeln beachten, können wir die Verbreitung von Krankheitserregern über Tröpfchen weitestgehend verhindern. Es ist also ein Akt der Menschlichkeit und Solidarität. Eine selbstgemachte Maske bietet keine Barriere gegen ein in der Luft enthaltenes Viruspartikel, kann aber die Ausbreitung von Aerosolen aus unserem Mund in die Umwelt verringern. Aufgrund der Inkubationszeit von bis zu 2 Wochen wissen wir nicht, ob wir möglicherweise infiziert sind -- könnten aber auch ohne Symptome das Virus verbreiten und Andere infizieren.

Nun aber zu unserem heutigen Upcycling-Projekt: alles was dafür benötigt wird ist ein T-Shirt aus 100% Baumwolle und eine Schere. Reine Baumwolle ist großartig, weil sie öfter durch heißes Waschen und Bügeln „sterilisiert“ * werden kann. Eine Maske aus einem Baumwoll-T-Shirt kann etwa 50% der Partikel filtern, mit einem Papiertaschentuch oder einem Küchentuch zwischen den beiden Schichten kann die Filterleistung noch deutlich erhöht werden. Die Effizienz einer Maske wird allerdings geringer, je länger man sie trägt. Logisch: wir atmen ja jede Menge in die Maske hinein, und das wird dann weiter in der Luft verbreitet. Dennoch: eine Maske ist besser als keine Maske!

Hier nun ein kleines Video, wo genau zu sehen ist, wie diese Masken hergestellt und aufgesetzt werden:

 

Auch die selbstgemachten Masken müssen mit Vorsicht behandelt werden: wir sollten sie „sterilisieren“. Und wir benötigen 2 Boxen mit Deckel: 1x sauber, 1x dreckig. Vor dem Aufsetzen der Maske gründlich die Hände waschen. Die Masken werden nur an den Bändern festgehalten, der größere Stoff wird auf keinen Fall fest gehalten. Die Maske aus der sauberen Box entnehmen. Beim Aufsetzen nicht das Gesicht und auch nicht die Maske berühren, sondern nur die Bänder der Maske. Die frischen Masken in einem desinfizierten geschlossenen Behälter aufbewahren. Beim Abnehmen werden wieder nur die Bänder angefasst und die Maske in die dreckige Box gelegt und die Box verschlossen. Danach wieder Händewaschen! Nach jeder Benutzung die Maske erneut „sterilisieren“ -- nicht die gleiche Maske über mehrere Tage benutzen!

Die Masken werden seperat bei 60°, besser bei 95° in der Waschmaschine gewaschen. Dann am besten in der Sonne auf dem Balkon trocknen lassen. Anschließen heiß und möglichst mit Dampf bügeln. Nun sind die Masken bereit für den nächsten Ausflug.

* Ich verwende hier das Wort sterilisieren -- doch das ist eher im Sinne von „die größtmöglichen Hygienestandards anwenden“ gemeint. Absolute Keimfreiheit werden wir im häuslichen Bereich nicht erreichen und hier ist das auch nicht notwendig.

Wenn Du noch mehr über die Verwendung eines T-Shirts (oder anderer Materialien) als Behelfs-Mundschutz lesen möchtest, kannst Du das HIER:

5 thoughts on “DIY Anleitung Upcycling-Behelfs-Mundschutz

  1. Tobias says:

    Hallo! Danke für die Anleitung! Um den Corona-Virus abzutöten reicht es vollkommen aus den Mundschutz bei 30 Grad zu waschen. Der Virus geht bei Kontakt mit Seife/Waschmittel/Tenside allgemein kaputt. Seine Proteinhülle wird zerrissen. Deshalb empfehlen ja auch alle Experten intensives Händewaschen 20-30 sec..

    Viele Grüße

    Tobias

    • Sigrid Münzberg says:

      Hallo Tobias, das klingt ja interessant. Das hieße ja, es müssten nicht unbedingt Shirts aus reiner Baumwolle sein, wenn das nicht so heiß gewaschen werden muss … Danke für Deinen Kommentar.
      Beste Grüße Sigrid

      • Tobias says:

        Hallo Sigrid,
        stimmt! Auch etwas aus Synthetik würde rein theoretisch für den privaten Gebrauch gehen. Geht dabei aber nur um den Coronavirus, bei dem das gilt.

        Man könnte demnach auch noch ein paar Lagen saugfähigen Vliessstoff einarbeiten um noch mehr rauszufiltern. Man müsste halt nur schauen, wie das mit dem Atemwiderstand dann ist. Sobald der Mund-Nase-Schutz durchfeuchtet ist, muss man ihn wechseln weil das für die Viren sonst ne super Brücke darstellt.

        Für Arztpraxen/Zahnarztpraxen die keine herkömmlichen Schutzmasken momentan bekommen, müsste es aus Baumwolle sein damit es in die normale Praxiswäsche/Kochwäsche kann.

        Viele Grüße

        Tobias

  2. Nikola Schmidtgen says:

    Hi
    Ich habe deine Anleitung für die Maske gesehen und habe überlegt ob man eine Maske auch aus Bienenwachstuch machen könnte. Dann würde es sich nicht nass saugen und wäre antibakteriell oder?
    Wahrscheinlich wäre es zum Tragen nicht so gemütlich weil weniger Sauerstoff durch kommt aber hast du da vielleicht Erfahrungen?
    Viele liebe Grüße

    • Sigrid Münzberg says:

      Hallo Nikola, vielen Dank für Deinen Kommentar. Die Idee klingt im Ansatz ganz gut – aber das Bienenwachstuch ist nahezu luftundurchlässig. Andererseits kann ja ein gefaltetes Bienenwachstuch als Trinkgefäß verwendet werden, Ich denke, das wird also nicht funktionieren.
      Beste Grüße
      Sigrid

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