Bienenwachstücher selbst gemacht mit der DIY-Anleitung von SEKUNDÄR-SCHiCK

Mit dieser ultimativen Anleitung kannst Du endlich selbst Dein eigenes Bienenwachstuch herstellen! Hier erhältst Du Infos zu den Zutaten und was Du beachten solltest, damit Deine Küche nach dem Wachs-Massaker wieder zum Kochen verwendet werden kann.

Bienenwachstücher sind eine wunderbare Alternative, um Lebensmittel zu verpacken und dabei auch noch Küchenfolie oder Butterbrotpapier zu sparen. Außerdem erfreut mich jedesmal der Anblick eines so hübschen bunten Tuches in der Butterbrotdose, dass die Laune den ganzen Tag über frisch bliebt.

Bienenwachstuch selber machen aus bunten Stoffresten

Bienenwachs ist ein natürliches Konservierungsmittel, und so wird die Haltbarkeit von Lebensmitteln mit Bienenwachstüchern deutlich verlängert, wie z.B. von Brot, Käse, Salat, Kräutern und vielen mehr. Auch bei angeschnittenem Obst und Gemüse ersetzt Bienenwachs die natürliche Schutzfunktion der Schale. Du kannst die Tücher zum Abdecken von Schüsseln, Gläsern, Tellern verwenden. Oder Du gehst direkt mit dem Bienenwachstuch einkaufen und lässt Dir Dein Brot oder Käse darin einpacken. Du kannst sogar Lebensmittel darin einfrieren, solltest diese dann aber mit dem Tuch auftauen lassen. Da Bienenwachstücher atmen, eignen sie sich auch zum Abdecken von aufgehendem Teig. Die Einsatzmöglichkeiten sind also nahezu unbegrenzt.

Aber ich sagte nahezu unbegrenzt: Bienenwachstücher eignen sich nicht für rohen Fisch oder Fleisch (Achtung: Keime). Auch Hitze in Form von Mikrowelle, Backofen oder Geschirrspüler tut Deinem Tuch nicht gut.

Mit der Wärme der Hände kannst Du das Bienenwachstuch beliebig formen. So passen sich die Tücher jeder Form an. Du kannst sogar Schüsseln, Teller oder Tüten daraus formen.

Vorab noch ein paar Worte zur Pflege: behandle Dein Bienenwachstuch mit viel Liebe. Es ist ja schließlich kein Wegwerfprodukt. Nach Gebrauch spüle es kurz mit etwas warmen Wasser und ggf. einem Spritzer mildem Spüli und tupfe es vorsichtig zwischen zwei Lagen Geschirrtuch ab. Dann kannst Du es über dem Geschirrtuchhalter bis zum Einsatz am nächsten Morgen gut trocknen lassen. Sollte das Tuch nicht mehr so schön sein, kannst Du Dein Tuch bei etwa 70-80 Grad kurz auf einem Stück Backpapier in den Ofen legen oder zischen 2 Lagen Backpapier bügeln. Auf diese Weise kann Dich Dein Bienenwachstuch bis zu 2 Jahre treu begleiten.

Wie immer gibt es mehrere Möglichkeiten, um Bienenwachstücher herzustellen – hier die von SEKUNDÄR-SCHiCK reichlich erprobte und bewährte Methode (unsere Tücher sind nun seit beinahe einem Jahr im täglichen Einsatz und ich habe bereits in mehreren Workshops mit vielen glücklichen Teilnehmer*innen weitere Wachstücher gefertigt).

Dieses Projekt kann auch wunderbar als Upcycling-Projekt durchgeführt werden.

Aber nun erst einmal zu den benötigten Werkzeugen und Materialien:

Zutaten für etwa 2-3 Tücher:

– Bienenwachs (100% reines Bienenwachs) z.B. vom Imker oder dem Unverpackt-Laden: ca. 8 Esslöffel

– Jojoba-Öl (gibts z.B. im Reformhaus): ca. 2 Esslöffel

– Baumharz z.B. Fichtenharz (auch als Waldweihrauch im Handel erhältlich): ca. 2 Teelöffel

(Mengenverhältnis: 4 Teile Bienenwachs, 1 Teil Jojoba-Öl, 1/4 Teil Baumharz)

Dei Zutaten sollten möglichst in Bio-Qualität sein, da Du ja Deine Lebensmittel darin einpacken möchtest. Wenn Du nicht beim lokalen Händler Deines Vertrauens fündig wirst, gibt es alles im Online-Handel. Solltest Du nicht alles auf einmal verbrauchen, kannst Du es zum Nachwachsen der Tücher oder für ein anderes Projekt verwahren.

Aufgrund des derzeitigen Insektensterbens solltest Du wirklich auf Bio-Wachs achten, denn hier ist am ehesten gegeben, dass die Bienenvölker achtsam gehalten werden. Eine Alternative wäre auch, Pflanzenwachs wie z.B. Candelilla-Wachs zu verwenden. Allerdings stammt dies nicht aus Europa und muss extra importiert werden.

Das Jojoba-Öl sorgt für mehr Geschmeidigkeit bei deinem neuen Bienenwachstuch. Als Alternative wäre auch Bio-Koksöl möglich. Wichtig ist jedoch ein hochwertiges Öl, das nicht ranzig wird.

Das Baumharz sorgt für die Verbindung aller Zutaten untereinander und dass alles besser im Baumwolltuch haften bliebt.

Und natürlich benötigst Du noch ein Stück Stoff. Hier soll nur reine Baumwolle zu Einsatz kommen: zum Einen möchtest Du ja in Zukunft auf Plastik verzichten (und die Kunstfasern in Textilien sind nun mal Plastik). Zum Anderen würde beim heißen Bügeln die Kunstfaser schmelzen. Hier kannst Du prima Stoffreste verwenden. Bestens eignen sich auch Stofftaschentücher oder (mein Favorit) aussortierte Herrenhemden. Der Stoff muss vorher gründlich gewaschen werden, um evtl. Appreturen zu entfernen. Bei den Stoffen ist am Besten, wenn diese farbig gewebt sind. Bei bedruckten Stoffen ist es schon passiert, dass sich die Farbe durch das Zusammenkommen von Öl und Hitze etwas gelöst hat und unschön verlaufen ist – aber das kannst DU am besten ausprobieren. Bedenke, dass das Bienenwachstuch eine etwas gelbliche Farbe haben wird – dies kann bei einem Rose-Ton später vielleicht etwas unschön wirken.

Arbeitsgeräte:

– Herdplatte

– Kochtopf

– Schüssel oder leere Konservendose (als Wasserbad zum Schmelzen das Wachses): probiere aus, dass die Dose oder Schüssel gut in den Kochtopf passen (auch mit Wasser im Topf)

– Backpinsel mit Naturborsten 

– Holzstäbchen oder Löffel zum Umrühren

– Stoffschere / ggf. Zackenschere

– Bügeleisen

– Backpapier

– Stövchen mit Teelicht

Nun gehts aber los:

Plane etwa 2 Stunden für das gesamte Procedere inkl. Aufräumen ein.

Zunächst bereitest Du Topf und Schüssel bzw. Dose für das Wasserbad vor.

Wachs im Wasserbad schmelzen – und immer gut umrühren

Während das Wasser warm wird, kannst Du Deinen Stoff in Form bringen: Du kannst z.B. ein Quadrat 30 x 30 cm vorbereiten. Für die schönere Optik kannst Du die Kanten gern mit einer Zackenschere schneiden. Es geht aber auch ohne Zickzack-Kante: durch das Wachs kleben die Fäden aneinander und der Stoff franst nicht aus.

Dann bereite Dir ein Stück Backpapier vor: dies kannst Du als Unterlage beim Einpinseln verwenden und auch beim anschließenden Bügeln. Das Backpapier sollte reichlich bemessen sein, dass Du es falten kannst und der Stoff immer noch locker dazwischen liegt: denn beim Bügeln tritt mit Sicherheit Wachs an den Seiten aus – das sollte nicht alles auf dem Bügelbrett, der Wand oder dem Fußboden landen.

Leg Dir das Papier auf Deinen Arbeitstisch und platziere das Stück Stoff mittig darauf, dass Du auch die Kanten noch gut einpinseln kannst.

Baumwolltuch gleichmäßig dünn mit Wachs einstreichen

Das Wachs kommt in die Dose oder Schüssel und diese wiederum in den Kochtopf mit heißem Wasser, um das Wachs zum Schmelzen zu bringen (Vorsicht: das Wasser sollte nicht kochen, Wachs schmilzt bereits bei etwas mehr als 60°C). Wenn das Bienenwachs geschmolzen ist, kommt das Baumharz dazu. Dies wird es erst eine klebrige Masse und löst sich unter ständigem Rühren langsam auf. Zuletzt noch das Jojoba-Öl hinzu geben und wieder gut umrühren.

Wenn alles geschmolzen ist, stelle die Schüssel oder Dose aus dem Wasserbad auf Dein Stövchen, damit das Wachs nicht zu schnell hart wird (wenn Du kein Stövchen hast, lasse die Schüssel im Wasserband und nimm Dir den Kochtopf an Deinen Arbeitsplatz). Nun kannst Du mithilfe des Pinsels Dein Baumwolltuch bestreichen. Das Tuch muss nicht komplett mit Wachs benetzt werden und auch nicht von beiden Seiten, denn die Baumwolle saugt sich voll.

Wenn der Stoff bestrichen ist, sollte das Wachs kurz antrocknen. Nun kommt das Bügeleisen ins Spiel. Lege entweder ein zweites Stück Backpapier über Dein Tuch oder klappe das Backpapier mittig zusammen. Wichtig ist, dass Du nicht direkt mit dem Bügeleisen über den Stoff bügelst, sonst klebt das ganze Wachs an Deinem Bügeleisen! Also Papier drüber und los gehts mit der Bügelei. Durch das Papier hindurch kannst Du sehen, wie das Wachs schmilzt und sich im Stoff verteilt. Bügele über das gesamte Tuch, ggf. kannst Du das flüssige Wachs von einer Stelle zur anderen gleichmäßig verteilen. Klappe das Backpapier auf und hole vorsichtig das noch heiße Tuch hervor. Einmal vorsichtig damit durch die Luft wedeln, bis es fest wird. Schau noch mal nach, ob das Wachs wirklich gleichmäßig verteilt ist. Falls Du noch eine Stelle entdeckst, die zu wenig Wachs abbekommen hat, wiederhole die Prozedur mit dem Bügeln (am Backpapier ist noch genügend Wachs, um das auszugleichen).

Bienenwachstuch selber machen – gut bügeln

Nun kannst Du stolz auf dein erstes Bienenwachstuch sein!

Das Backpapier solltest Du verwahren: wenn später das Tuch einmal nachbehandelt werden muss, haftet noch genügend Wachs daran, um das Tuch damit aufzufrischen.

Und wenn Du das Tuch verschenken möchtest oder die Pflegehinweise schnell vor Augen haben möchtest, kannst Du Dir hier kostenlos diese Datei ausdrucken.

PDF: bienenwachstuch-pflege

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.