Hilfe, ich hab nichts anzuziehen – Der Kleiderschrank ist soo voll!!!

Wir Frauen kennen es sicher alle: der Kleiderschrank ist rappelvoll – aber es findet sich dennoch nix Passendes Anzuziehen. Womöglich geht es auch einigen Herren so …


Doch ständig etwas Neues zu kaufen kostet viel Geld, viel Zeit und unsere Umwelt wird durch die neuen Produkte immer mehr belastet (und unser Körper durch die in den Kleidungsstücken enthaltenen Schadstoffe ebenso). Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: immer neuer Kleiderkauf führt nur zu kurzfristiger Befriedigung bzw. ist eine Kompensation anderer Defizite. Wenn der Schrank allzu voll ist, verliert frau bzw. man bald den Überblick über ihre ganzen Schätze und kann sich letztlich gar nicht daran erfreuen. Zu viele Dinge können durchaus eine Belastung sein.

"Ich kann nicht akzeptieren, dass man Kleider wegwirft, nur weil Frühling ist."
Alte Weisheit einer klugen Frau: Coco Chanel rät, sich nicht dem Modediktat zu unterwerfen.

Versteht mich nicht falsch: ich LIEBE Mode und ich liebe es, Neues auszuprobieren. Und ich möchte auch nicht jeden Tag gleich aussehen. Schließlich habe ich Ausbildung und Studium absolviert und viele Jahre als Modedesignerin in der Industrie gearbeitet. Aber die mit dem permanenten Wechsel der Moden verbundenen Konsequenzen des Wegwerfens der vorherigen Saison kann und will ich nicht (mehr) unterstützen. Und genau an dieser Stelle ist die Kreativität Jeder/Jedes Einzelnen gefragt: Ziel ist es, den eigenen unverwechselbaren Stil zu finden, um dann mit einigen wenigen Lieblingsstücken die Grundgarderobe zu kreieren, und mit unterschiedlichen Details zu variieren. Dabei ist es unverzichtbar, auf eine gute Qualität der einzelnen Stücke zu achten, um lange Freude daran zu haben.

In geselliger Runde findet Jede bzw. Jeder etwas "Neues".
Beim Kleidertausch „Altes“ durch „Neues“ ersetzen.

Eine gute Möglichkeit, mal etwas Neues auszuprobieren, einen neuen Kleidungsstil, eine neue Farbe bietet eine Kleidertauschparty, auch Swapping-Party genannt. Hier bringt jeder Teilnehmer einige Kleidungssstücke mit, die aus verschiedensten Gründen nicht mehr getragen werden. Früher als Teenager haben wir doch auch mit der besten Freundin die Kleider getauscht, um für den nächsten Discobesuch stylisch zu sein. Und ganz nebenbei können anderen TeilnehmerInnen bestens beraten und ggf. bei der Suche helfen. Es kostet nichts oder nicht viel. Die Umwelt wird geschont, da keine neuen Ressourcen verbraucht werden. Was man selbst nicht mehr tragen möchte oder kann, darüber kann ein/e Andere/r sich sehr freuen.

Außerdem können Kleidungsstücke, die zu klein, zu eng oder kaputt sind durch das sogenannte UpCycling wiederbelebt werden. Hier können z.B. aus 2 zu kleinen Pullovern ein neuer entstehen, oder aus einem vergessenen Herrenhemd entsteht ein Kleid … Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Gut erhaltene Kleidung kann gespendet werden, alles andere upgecycelt.
Gut erhaltene angelegte Kleidung kann gespendet werden. Kleidung mit Flecken, Löchern wird umgestaltet.

Kleidungsstücke, die noch gut erhalten sind, müssen aber nicht zerschnitten werden. Die lassen sich auch gut bei diversen Portalen, dem Flohmarkt oder dem Händler nebenan verkaufen. Reich kann man damit allerdings nicht werden, wenn man die Masse der Artikel auf dem Markt bedenkt … Auch eines der inzwischen zahlreichen Sozialkaufhäuser bzw. Umsonst- oder Tauschläden sind eine gute Adresse um gut erhaltene Kleidung loszuwerden und auch das eine oder andere „neue“ Stück zu finden. Auch Flüchtlingsheime, Einrichtungen für Straßenkinder, Kinderheime freuen sich manchmal über Kleiderspenden.

Bei der Umsetzung von UpCycling-Projekten ist SEKUNDÄR-SCHiCK gern behilflich. Unsere Gestaltungsabende finden in der Regel jeden 3. Mittwoch im Monat von 18:00 – 21:00 in Berlin/ Karlshorst statt. Bitte per eMail an info@sekundaer-schick.de vorher die Kapazitäten für den Wunschtermin klären. Auch veranstalten wir immer wieder Kleidertausch-Parties, zu denen Jede/r recht herzlich eingeladen ist. Die Termine geben wir rechtzeitig bekannt. Für weitere Anregungen sind wir auch immer dankbar.


Und falls es dann doch mal etwas Neues sein soll, könnt Ihr Euch z.B. bei Grüne Mode, Get Changed, Rank a Brand bestens informieren. Ja, beim Kleidungsskauf auf ethische. ökologische, soziale Bedingungen zu achten, fordert uns – aber wir sollten es uns wert sein!

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