Für Sie gelesen und recherchiert (1)

Aus Altersklassen werden Stilklassen (15.05.2012)

Anna Maria Jagdfeld, Chefin des Berliner Quartier 206

„Eine Trennung nach Altersgruppen ist ja heute, wo selbst 70-jährige noch hippe Jeans tragen und ihre High-Class-Outfits mit Trendteilen mixen, nicht mehr zeitgemäß. Es gibt keine Altersklassen mehr, sondern nur noch Stilklassen.“


Preiskampf im Einzelhandel (15.05.2012)

Dass bei den preisaggressiven Anbietern im Textileinzelhandel nicht das Wort PREIS am häufigsten genannt wird, wundert inzwischen wenig. Sind es doch QUALITÄT und VALUE, worauf – zumindest in der Kundenkommunikation – der Fokus gelegt wird. In der Realität sind jedoch die Preise Kundenlockmittel Nummer eins! Abermals wurden bei Kik, NKD und Co die Verkaufspreise drastisch reduziert. In seinem nächsten Nachhaltigkeitsbericht wird KiK sicherlich erneut darlegen, dass dies sogar alles ökologisch unbedenklich und sozial verträglich geschieht.

Laut Dr. Ulla Ertelt von der Frankfurter Beratungsfirma HML Modemarketing würden ca. 50% der Deutschen sich selbst in den so genannten PREISMARKT einordnen. Das sind Frauen und Männer, die im Jahr 2011 nur ca. 256 bzw. 176 EURO für Bekleidung ausgaben, und für die ein Einkauf bei H&M und C&A die preisliche Obergrenze darstellt.

Ein weiterer Discount-Bereich ist der Lebensmittelhandel. Laut Prof. Thomas Roeb von der Universität Rhein-Sieg seien Formate wie Aldi und Lidl nicht nur für Bedürftige eine wichtige Adresse, sondern auch für so genannte Smartshopper attraktiv: „Meine Studenten nehmen auch schon mal ein Teil bei Aldi mit – und kombinieren es dann mit Markenprodukten. Aber zu Kik würden sie nicht gehen.“ Weiter stellt er fest: „Hennes & Mauritz ist es gelungen, eine Art Klassenlosigkeit zu schaffen. Niemand muss sich schämen, dort einzukaufen.“ „…die Ware ist zwar preisgünstig, aber in erster Linie verkaufen die über Emotionen.“

Bei Aldi und Lidl ist sogar alles nach Öko-Tex 100 zertifiziert. Auch bei Ernstings Family und Takko soll die Qualität immer an erster Stelle stehen. CEO Stephan Swinka: Value-Formate wie Takko bieten auch eine ordentliche Qualität der Ware, einen ansprechenden Ladenbau und teilweise auch einen modischen Anspruch.“

Aha. Also alles nur eine Frage von Qualität und Wert, der Preis ist gar nicht das Entscheidende?! Doch wie wird das alles eigentlich  finanziert?


„Made in …“ als Qualitätssiegel (15.05.2012)

Immer mehr Italienische Hersteller haben sich zum Ziel gesetzt, die Rückverfolgbarkeit und die Transparenz innerhalb des Produktionsprozesses in der Modeindustrie aufzuwerten und auszuzeichnen. Mit dem Projekt “TF – Traceability & Fashion” werden die Ursprungsländer der Produktionsstufen Spinnerei, Weberei, Veredlung und Konfektion in einem Etikett am Produkt aufgelistet. Viele Firmen können sogar bei allen 4 Produktionsstufen „Made in Italy“ angeben.

Von dieser Dokumentation des „Made in Italy“ erhoffen sich die Hersteller und Designer eine Aufwertung ihrer Artikel und die Förderung italienischen Handwerks. Leider fehlt eine Kontrolle der Produktion, denn allein das Ursprungsland sagt wenig über Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit bei der Herstellung.

Auch für deutsche Produkte könnte eine solche Zertifizierung von Interesse sein: „Made in Germany“ in Verbindung mit Öko-Tex. Eine Ausweitung der Prüfungen mit dem Öko-Tex-Institut Hohenstein ist laut Unionfiliere in Vorbereitung.

Wir sind gespannt!


Jochen Zeitz will mit PPR die Welt verbesssern (15.05.2012)

Ehrgeizige Umwelt- und Sozialpläne auch bei Luxuskonzernen: PPR hat einen 5-Jahres-Plan für nachhaltiges Wirtschaften vorgelegt. Folgende Ziele werden bis 2016 gestellt:

 Senkung das Bedarfs an Wasser, von CO2 und Abfall um 25% bei den Sparten Luxus und 
Sport-Lifestyle
 PVC-freie Herstellung aller Kollektionen
– Leder und Pelz nur aus nachgewiesener nachhaltiger Zucht
– Bewertung der wichtigsten Lieferanten mind. alle 2 Jahre, um Best_Practice-Standards zu erreichen

„Über die nächsten fünf Jahre wollen wir unseren negativen Einfluss auf die Umwelt messbar reduzieren, die Maßnahmen dafür werden zu innovativen Produkten führen.“ Jochen Zeitz, Chief Sustainability Manager PPR

„Wir sind zuversichtlich, dass ein nachhaltiges Vorgehen zu mehr Umsatz und zu neuen Business-Modellen führt“ Francois-Henri Pinault, PPR

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