Exkursion nach München


An dieser Stelle folgt kein Projektbeispiel, sondern ein Ausflugstip für Modeinteressierte.


Wie man so schön sagt, sind sich ja der Münchener und der Berliner an sich nicht unbedingt grün. Dennoch ist die Stadt im Süden immer wieder eine Reise wert – vor allem, wenn es interessante Ausstellungen zu sehen gibt, wie aktuell „Future Beauty – 30 Jahre Japanische Mode“ im Haus der Kunst.

Es ist wirklich beeindruckend, was dort gezeigt wird! Anfang der 80er Jahre, als das westliche Verständnis von Schönheit und Mode ein gänzlich anderes war, sorgten diese Entwürfe für Verwirrung. Auch ich erinnere mich, dass die ersten in Paris gezeigten Japanischen Entwürfe nicht gerade überschäumende Begeisterung in dem kleinen Mädchen auslösten. Doch was damals sehr provokant wirkte, ist im heutigen Straßenbild präsent und wirkt modern. Viele der Japanischen Designer sind heute Wegbereiter eines neuen Bekleidungsstiles.

Mit einem durchgehenden Laufsteg, auf dem ausgewählte Kreationen präsentiert sind, wird der Besucher durch die Ausstellung geleitet. Die einzelnen Themenbereiche werden durch halb-transparente Vorhänge unterteilt. Die gezeigten Kleider werden durch Videos mit Modenschauen und weiterem Dokumentationsmaterial unterstützt. Und genau deswegen lohnt es sich, direkt hin zu gehen, und nicht nur den Katalog zu kaufen! Wim Wenders drehte 1989 eine umfangreiche Dokumenation mit Yohji Yamamoto („Aufzeichnungen zu Kleidern und Städten“), die dort in ganzer Länge zu sehen ist.
Hervorzuheben sind auch die riesigen Bilder in der Ausstellung, welche sich bei genauerer Betrachtung als flach gelegte Kleidung entpuppen, aber glatt als Kunst an der Wand durchgehen können. Direkt daneben werden die jeweiligen Kleider auch an Puppen präsentiert.
Am unterhaltsamsten aber ist das Video eines älteren Münchner Herren, der ohne müde zu werden seine umfangreiche private „Sammlung“ an Japanischer Mode vorführt: von einer Seite ins Bild herein laufend, dann eine elegante komplette Drehung, um dann auf der anderen Seite wieder aus dem Bild zu verschwinden.

Ein Gedanke, der die Ausstellung prägt: Wir konsumieren nicht nur Kleidung, sondern wir LEBEN mit unserer Kleidung! (frei nach Yamamoto)

Für jeden, der sich mit Mode beschäftigt, ist dies ein unendlicher Fundus an Inspiration! Wer diese Ausstellung noch besuchen möchte, der sollte sich beeilen, denn sie läuft nur noch bis zum 19.06.2011!

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